| Keine Werbung. Keine Affiliate-Falle. Kein Greenwashing. Nur was ich selbst jeden Tag benutze — und warum es für Mamas besonders relevant ist |
Es gibt einen Moment der bei mir den Schalter umgelegt hat. Meine Tochter war anderthalb, wir lagen auf der Couch und sie hat meine Hand genommen und meinen Arm geleckt. Ja, genau so. Kleine Kinder tun das.
Und ich habe mich zum ersten Mal gefragt: Was ist da eigentlich drauf? Auf meiner Haut, auf meinen Händen, auf den Oberflächen die sie täglich berührt und manchmal ableckt?
Ich habe angefangen zu recherchieren. Parabene. Silikone. Synthetische Duftstoffe. Mineralöle. EDTA. DMDM Hydantoin. Die Liste der Inhaltsstoffe in meinen Lieblingsprodukten liest sich wie eine Chemiestunde.
Ich möchte hier keine Panikmache betreiben — viele dieser Stoffe sind in zugelassenen Konzentrationen harmlos. Aber ich habe entschieden: Wenn es eine gute Alternative gibt, nehme ich sie. Und ich habe etwas überraschendes herausgefunden: Die Alternativen sind oft günstiger. Und manchmal besser.
Dieser Artikel ist kein Dogma. Es ist ein ehrlicher Erfahrungsbericht von einer Mama die mit Naturkosmetik angefangen hat — und dabei geblieben ist.
Warum Naturkosmetik für Mamas besonders relevant ist
Ich spreche nicht von Paranoia. Ich spreche von Kontakt.
Als Mama hat man körperlichen Kontakt mit seinen Kindern auf eine Art und Weise die kein anderer Mensch hat. Umarmungen, Küsse, Einschlafen nebeneinander, das Kind das die Wange streicht, das Baby das am Arm kaut. Was auf deiner Haut ist, kommt auch an dein Kind.
Dazu kommt die Frage des Vorbilds. Kinder beobachten was Mamas machen. Meine Tochter will „Creme haben“ wenn ich mich eincrème. Sie will „Lippenstift“ wenn ich Lippenbalm auftrage. Langfristig forme ich mit meinen Entscheidungen auch die Gewohnheiten meines Kindes.
Und dann ist da noch ein dritter Punkt: Nachhaltigkeit. Naturkosmetik kommt meist in Glasverpackungen, Pappe oder recyceltem Plastik. Das ist zwar nicht der Hauptgrund warum ich umgestiegen bin — aber es ist ein Bonus den ich schätze.
Was Naturkosmetik wirklich ist — und was nicht
Hier muss ich direkt sein: Das Wort „natürlich“ auf einem Produkt bedeutet gar nichts. Es ist rechtlich nicht geschützt. Jeder Hersteller kann es draufschreiben.
Was tatsächlich bedeutsam ist: Zertifizierungen. Folgende Siegel stehen für echte Naturkosmetik-Standards in Deutschland:
- NATRUE — strenge internationale Zertifizierung, sehr vertrauenswürdig
- BDIH — deutscher Standard, seit über 20 Jahren etabliert
- COSMOS — europäischer Standard, der NATRUE und BDIH zusammenführt
- Ecocert — französischer Standard, sehr verbreitet
Wenn keines dieser Siegel drauf ist, ist Skepsis angebracht — egal wie grün die Verpackung ist und wie viele Blätter das Logo hat.
Meine 5 ehrlichen Lieblingsprodukte — alle unter 20 Euro
Produkt 1: Festes Shampoo — ca. 3 bis 6 Euro
Das war mein erster Schritt in Richtung Naturkosmetik und der mit dem dramatischsten Effekt auf mein Konsum- und Routineverhalten. Ein festes Shampoo hält je nach Haarlänge 60 bis 80 Wäschen — für mich bedeutet das fast drei Monate aus einer einzigen Seife.
Ich benutze das Feste Shampoo von Alverde (dm) oder Lush. Beide sind günstig, gut verträglich und funktionieren nach einer kurzen Eingewöhnungsphase von ein bis zwei Wochen wirklich gut. Ja, diese Eingewöhnung gibt es — die Haare fühlen sich erstmal anders an. Danach: deutlich besser.
Was ich nicht erwartet hatte: Ich kaufe kein Shampoo mehr online, keine Flaschen mehr, kein Plastik mehr. Das ist für mich eine stille Revolution.
Produkt 2: Kokosöl — ca. 4 bis 8 Euro
Das ist das Multitalent in meiner Naturkosmetik-Sammlung. Ich kaufe normales Bio-Kokosöl aus dem Supermarkt oder dem Reformhaus — nicht das teure Kosmetik-Kokosöl, das ist dasselbe in aufwändigerer Verpackung.
Was ich damit mache: Körperpflege nach dem Duschen, Haarmaske einmal pro Woche, Lippenpflege, Rasur-Öl, Einreiben von trockenen Ellbogen und Fersen. Meine Tochter bekommt damit auch trockene Hautstellen eingerieben — komplett unbedenklich.
Einzige Einschränkung: Für das Gesicht ist Kokosöl nicht für jeden geeignet — es kann bei manchen Hauttypen Pickel begünstigen. Für Körper, Haare und Lippen ist es unschlagbar.
Produkt 3: Weleda Skin Food — ca. 8 bis 14 Euro
Dieses Produkt ist schon seit den 1920er Jahren auf dem Markt und hat sich seinen Platz in meiner Kosmetiktasche mehr als verdient. Die Weleda Skin Food ist eine reichhaltige Körpercreme die ich für alles benutze was besonders trocken ist: Hände nach dem Abwaschen, Ellbogen, Lippen im Winter, die Knie meiner Tochter.
Sie riecht nach Kräutern, ist sehr reichhaltig und braucht einen Moment zum Einziehen. Aber das Ergebnis — wirklich gepflegte Haut ohne acht verschiedene Produkte — ist es wert.
Wichtig zu wissen: Es gibt eine Skin Food Light Variante für den Sommer und das Gesicht. Die originale Version ist für Körperpflege und intensiv trockene Stellen.
Produkt 4: Natron als Deo — unter 2 Euro
Hier kommt die kontroverseste Empfehlung. Ich weiß dass das Schulterzucken auslöst. Ich hatte es auch lange vor Augen gerollt — bis ich es selbst probiert habe.
Ich mische eine kleine Menge Natron mit etwas Kokosöl zu einer Paste und trage sie unter den Armen auf. Das war es.
Natron ist kein Antitranspirant — es verhindert nicht das Schwitzen. Es neutralisiert aber Gerüche außerordentlich effektiv. Für Menschen mit normaler Aktivität und ohne starkes Schwitzen funktioniert das erstaunlich gut.
Zwei Einschränkungen: Manche Menschen reagieren mit Hautirritationen auf Natron — dann ist es nichts für dich. Und für intensive Sporttage oder Hitze reicht es nicht.
Produkt 5: Rosenwasser — ca. 2 bis 5 Euro
Rosenwasser ist meiner Meinung nach das am meisten unterschätzte Naturkosmetik-Produkt überhaupt. Ein Sprühfläschchen Rosenwasser kostet bei dm oder Müller wenige Euro und hält Monate.
Was ich damit mache: Nach dem Waschen aufs Gesicht sprühen als Toner, als Erfrischung im Sommer, als Augen-Abkühlung wenn ich müde bin, als leichte Feuchtigkeit zwischendurch. Es riecht wunderbar, enthält praktisch keine bedenklichen Inhaltsstoffe und funktioniert wirklich.
Das Rosenwasser von Altapharma (Rossmann) oder das Bio-Rosenwasser von Sante ist günstig, zertifiziert und sehr gut verträglich.
Was ich beim Umstieg gelernt habe
Ich bin nicht über Nacht umgestiegen. Ich habe nicht alle konventionellen Produkte auf einmal weggeschmissen. Ich habe sie aufgebraucht — und dann beim nächsten Kauf nach einer Naturkosmetik-Alternative gesucht.
Das hat ungefähr sechs Monate gedauert. Und ja, es hat insgesamt weniger Geld gekostet als vorher — weil ich weniger Produkte brauche die dafür länger halten.
Der größte Irrtum beim Naturkosmetik-Umstieg: Dass man mehr Produkte braucht. In Wirklichkeit braucht man weniger.
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Naturkosmetik für Kinder: Was ich verwende
Hier bin ich besonders vorsichtig. Kinder haben empfindlichere Haut als Erwachsene und brauchen weniger — nicht mehr.
Was wir bei meinen Kindern verwenden:
- Babyseife von Weleda oder Kneipp Baby — mild, gut verträglich, zertifiziert
- Kokosöl für trockene Hautpartien — völlig unbedenklich
- Calendula-Creme von Weleda für wunde Stellen — ein echter Klassiker
- Keine Duftstoffe — auch keine „natürlichen“, denn viele ätherische Öle sind für kleine Kinder ungeeignet
Häufige Fragen zum Naturkosmetik-Einstieg
„Ist Naturkosmetik wirklich wirksamer?“
Ehrliche Antwort: Nicht unbedingt. Bei manchen Produkten ja — Weleda Skin Food ist zum Beispiel für intensive Pflege schwer zu übertreffen. Bei anderen ist konventionelle Kosmetik punktuell wirksamer. Der Vorteil von Naturkosmetik liegt nicht primär in der Wirksamkeit, sondern in der Zusammensetzung und im ruhigeren Gewissen.
„Was wenn mir ein Produkt nicht bekommt?“
Das kann passieren — auch bei Naturkosmetik. Manche Inhaltsstoffe wie Bienenwachs, Lanolin oder bestimmte pflanzliche Öle lösen bei manchen Menschen Reaktionen aus. Neue Produkte immer erstmal an der Armbeuge testen.
„Gibt es günstige Naturkosmetik im Drogeriemarkt?“
Ja, definitiv. dm hat mit Alverde eine eigene Naturkosmetik-Linie die BDIH-zertifiziert ist. Rossmann hat Altapharma. Müller führt Sante. Man muss für Naturkosmetik nicht in den Bioladen oder online bestellen.
Mein ehrliches Fazit
Ich bin keine radikale Naturkosmetik-Puristin. Ich benutze manchmal noch ein konventionelles Produkt wenn es keinen befriedigenden Ersatz gibt. Ich schäme mich nicht dafür.
Aber ich habe in den letzten zwei Jahren meinen Kosmetikbeutel grundlegend verändert. Er ist kleiner geworden, günstiger, und ich weiß was drinsteckt. Das gibt mir ein Gefühl von Kontrolle das ich davor nicht hatte.
Und das Schönste: Wenn meine Tochter jetzt meinen Arm ableckt — und das tut sie immer noch manchmal — mache ich mir keine Gedanken darüber.
Naturkosmetik muss nicht perfekt sein. Sie muss zu deinem Leben passen. Und zu deinem Budget.
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